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Herzog Hucbert (719-736)

Vorgänger: Theodbert vor 720
Nachfolger: Odilo 725/736

* um 690
+
725 oder 736
 

Vater: Theodbert von Bayern
Mutter: Regintrud

  oo um 715 Rattrud ( Tochter des Langobarden-Königs Ratchis)

Vereinigte Bayern wieder.
Holte den Freisinger Bischof Korbinian zurück.
Bonifatius machte in seiner Regierungszeit erste Reisen in sein Land.

Als Karl Martell 725 in Bayern einbrach, wurde die Familie des Teil-Herzogs Hucbert ausgerottet.

Anlass zu einer engeren Bindung zwischen Franken und Langobarden gaben dynastische Streitigkeiten nach der Erbteilung im bajuwarischen Stammesherzogtum. Grimoald, der Bruder des verstorbenen Theudebert und Sohn Herzog Theodos, machte seinem Neffen Hucbert das Teil-Herzogtum Regensburg streitig. Der Langobarden-König griff zugunsten seines Schwagers ein und schob die Grenzen seines Reiches bis nach Meran in Süd-Tirol vor, was wohl hauptsächlich auf Kosten des Freisinger Herzogs Grimoald geschah.

Dieselben Spannungen in Baiern nutzte auch Karl Martell , um das Herzogtum wieder fester an das Franken-Reich zu binden. Er nahm sich ebenfalls der Sache Hucberts an, verzeichnete Gebietsgewinne im bairischen Nordgau und führte schließlich die Agilolfinger-Prinzessin Swanahild als Gemahlin ins Franken-Reich heim, wodurch er sich mit Liutprand verschwägerte.

 

Nur Theodebert hatte einen Sohn Hucbert , der dem Vater in der Herrschaft nachfolgte. Neben ihm dürfte weiterhin Grimoald regiert haben, so dass wir mit einer Zweiteilung des bayerischen Herzogtums rechnen müssen.

Damit ist aber die Angabe der Vita Corbiniani Arbeos nicht zu vereinen, der von Grimoald als dem "princeps totius gentis" spricht.

Die Dynastie Grimoalds scheidet 728 völlig aus der Herrschaft über Bayern aus, und Hucbert scheint von diesem Zeitpunkt an über ganz Bayern geherrscht zu haben; jedenfalls rief er sogleich Corbinian ins Land zurück.

Man nimmt allgemein an, dass Hucbert unter fränkischer Oberhoheit regiert habe, doch ein wirklicher Beweis dafür fehlt. Man darf auch nicht übersehen, dass Hucbert mit dem mächtigen Langobarden-König Liutprand verschwägert war, bei dem er gegen allzu starken fränkischen Druck wohl Unterstützung gefunden hatte.

Der Nachfolger des um 736 gestorbenen Hucbert war Odilo, dessen Verwandtschaftsverhältnisse zu seinem Vorgänger ungeklärt ist.

Nach dem Tode Hucberts übernahm die agnatische Linie der Agilolfinger nicht mehr den bayerischen Dukat. (Salzburger Quellen).