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Regintrud (660/65 - 730/40)

 

Nach Eckhardt: Tochter des Merowingerkönigs Dagobert I. (+639)

Nach E. Hlawitschka: Tochter des Pfalzgrafen Hugobert und der Irmina von Oeren

Vater: Childebert III., Franken-König  

oo Herzog Theudebert (Theodo III.)

 

Wurde nach dem Tod ihres Gatten um 720/25 Äbtissin des Klosters Nonnberg in Salzburg . (Quelle: Salzburger Verbrüderungsbuch (um 784)) Regentrud hatte väterliches Erbgut im Gellepgau (Botbergis und Beslanc) erhalten, das ihr bei einer Erbteilung nach dem Tode des Vaters entsprechend den Erbbestimmungen des Volksrechtes zukam, und hatte dieses für Geld an ihre Schwester Adela abgegeben. Regentrud hatte indessen diese Hinterlassenschaft mit ihrer Schwester Plektrud teilen müssen.

Störmer (Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern, S.18): Mit guten Gründen nimmt man neuerdings Regintrud als Gemahlin Theodos an.

Werner Matthias, Adelsfamilien im Umkreis der frühen Karolinger, S. 222-232: Schüling, dem Prinz hierin folgte, hielt es für wahrscheinlich, dass Adelas von Pfalzel Schwester Regintrud die Auftraggeberin der im Fuldaer Domschatz aufbewahrten Codex Bonifatianus gewesen war. Er wies darauf hin, dass Adela und ihre Familie Verbindungen zu den dem Luxeuil-Schriftgebiet benachbarten Klöstern Nivelles und Weißenburg unterhielten und dass sie zugleich auch in engen Beziehungen zu Bonifatius standen. Regentrud entstammte einer der sozial führenden Familien, deren Vertreter in der Lage waren, die nicht unbeträchtlichen Mittel für die Herstellung einer größeren Sammelhandschrift aufzubringen. Sollte sie nicht selbst dem geistlichen Stand angehört haben, so dürfte es ihr ein Leichtes gewesen sein, über ihre Schwester Adela Verbindung zu einem Kloster anzuknüpfen, bei dem sie eine solche Handschrift in Auftrag geben konnte. Erstmals Eckhardt nahm an, dass über Regentrud Heiratsbeziehungen zwischen der Familie Adelas und den bayerischen Agilolfingern bestanden hatten. Er wies darauf hin, dass in der späteren Tradition des Salzburger Nonnenklosters St. Marien auf dem Nonnberg Regentrudis regina verehrt wurde, die als Gemahlin des bayerischen Herzogs Theodo ( ca 680-717/18 ) anzusehen sei. Da ihr Titel regina "sie eindeutig als merowingische Prinzessin " kennzeichne, sei sie sehr wahrscheinlich mit der in der Adela -Urkunde als Tochter König Dagoberts ausgewiesenen Regentrud gleichzusetzen. Als weitere Argumente führte er an, dass Regentrud bei der Aufteilung ihrer väterlichen Erbgüter nicht persönlich zugegen war und dass mehrere Söhne des Herzogs Theodo merowingische Namen trugen.

Hlawitschka hingegen stellte Beziehungen Regentruds zum merowingischen Königshaus in Frage, folgte Eckhardt aber darin, dass Adelas Schwester mit der als Gemahlin Herzog Theodos erschlossenen Regentrud identisch gewesen sei. Neben Regentruds Vertretung bei der Erbteilung durch missi sah auch er das wichtigste Argument in der Namengebung der Nachkommen Theodos , von denen Grimoald , Lantpert , Oda und Hucbert Namen aus der Familie Adelas und Regentruds erhalten hätten. Jarnut, der diese genealogischen Fragen im Zusammenhang seiner Studien zu den fränkisch-bayerisch-langobardischen Beziehungen in früh- karolingischer Zeit erneut aufgriff, hielt Regentrud für die Gemahlin von Theodos bald nach 717/18 gestorbenen Sohn Theodebert , schloß sich in ihrer verwandtschaftlichen Einordnung sonst aber Hlawitschka an. Ihm zufolge wurde bei der Eheschließung zwischen Regentrud - sie wäre bei einer Zuweisung zur Hugobert-Irmina -Sippe als Schwägerin Pippins II. anzusehen - und dem bayerischen Herzog Theodebert "der politische Wille zum Ausgleich zwischen Pippiniden und Agilolfingern sichtbar .

Diesen weitreichenden genealogischen Verknüpfungen mit ihren beträchtlichen politischen Konsequenzen steht in Hinblick auf die unmittelbaren Quellenaussagen der Befund gegenüber, dass eine Gemahlin Herzog Theodeberts mit dem Namen Regentrud nirgends bezeugt ist, dass für Theodo eine Gattin dieses Namens erst in Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts erwähnt wird und schließlich über die Namensgleichheit hinaus keinerlei unmittelbaren Anhaltspunkt für eine Identität dieser Regentrud mit der gleichnamigen Schwester Adelas von Pfalzel überliefert sind.

In der Überlieferung des Klosters Nonnberg, das kurz vor 715/16 von Bischof Rupert von Salzburg gegründet und von Herzog Theodebert reich mit Besitz ausgestattet worden war, finden sich erstmals im 12. Jahrhundert Nachrichten, denen zufolge eine Königin Regentrud zu den Förderern des Klosters gezählt habe. Erscheint Regentrud im 12. Jahrhundert lediglich als regina und als Stifterin des wichtigen Klosterbesitzes in Tittmoning , Kreis Laufen, so tritt sie im 15. Jahrhundert als Heilige und als fundatrix nostri monasterii entgegen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird sie von den beiden Geschichtsschreibern Suntheim und Aventin als Gemahlin des Bayern-Herzogs Theodo bezeichnet.

Die Zeugnisse des 8. Jahrhunderts lassen darauf schließen, dass Herzog Theodo eine Folchaid zur Gemahlin hatte, und berichten von der Gründung und Ausstattung Nonnbergs durch Bischof Rupert und Theodos Sohn Theodebert . Die späten Nachrichten, wonach Regentrud die Gattin Theodos und die Gründerin Nonnbergs gewesen sei, dürften in dieser Form also kaum zutreffen. Für ihre Erklärung ist aufschlußreich, dass Theodeberts Verdienste um Nonnberg im Hochmittelalter seinem Vater Theodo zugeschrieben wurden, der als wichtigster Wohltäter der von Rupert erbauten Kirchen in die Salzburger Tradition eingegangen war.

Als sicherer Hinweis auf Beziehungen Regentruds zum bayerischen Herzogshaus gilt vor allem die Nachricht der schon genannten Urkunde von 1117 über Regentruds Schenkung in Tittmoning. Bei der Aufzählung der Nonnberg bestätigten Güter wird zu den Besitzungen in Tittmoning zusätzlich vermerkt: quem etiam locum Regindrut regina dedit .

Insgesamt lassen die späten Nachrichten das Interesse erkennen, Regentrud , die eine der ersten Äbtissinnen Nonnbergs gewesen war, zu einer regina zu erheben, die als Gemahlin Herzog Theodos das Kloster gefördert, ja gegründet hatte. Die Tradition, dass die Anfänge Nonnbergs aufs engste mit einer Herzogs-Gattin aus königlichem Haus verbunden waren, konnte neben dem Kult der heiligen Erentrud das Ansehen des Klosters gewiß nicht unerheblich steigern.

Hält man Verwandtschaftsbeziehungen Regentruds zu den bayerischen Herzögen für wahrscheinlich, so stellt die von dem Großteil der neueren Forschung vertretene Auffassung, Regentrud sei die Gattin Herzog Theodeberts gewesen, eine sehr naheliegende Erklärung dar. Es würde dem besonderen Interesse Theodeberts an Nonnberg und der Zeitstellung der Äbtissin Regentrud gut entsprechen, wenn Regentrud als Gemahlin Theodeberts nach dessen Tod (bald nach 717/18) in dieses Kloster eingetreten wäre und dort zu einem späteren Zeitpunkt das Äbtissinnen-Amt übernommen hätte.

Als weiteres Argument führen Klein und Eckhardt an, dass in den Eintrag der herzoglichen Familie in dem Verbrüderungsbuch von St. Peter die Gattin Theodeberts nicht genannt ist - ein auffälliger Befund, der zwanglos zu erklären wäre, wenn man die kurz darauf unter den Sanktimonialen verzeichnete Äbtissin Regentrud als Theodeberts Gemahlin betrachtet. Doch bleibt, so plausibel eine derartige genealogische Einordnung auch sein mag, dennoch zu bedenken, dass die Überlieferung zur Person Regentruds keinerlei unmittelbare Anknüpfungspunkte für Beziehungen der Äbtissin zu Theodebert enthält.

 1. oo N.N.

Kinder:

1. Pilitrud

 2. oo Theodebert Herzog von Bayern            um 685-15.10. um 719

Kinder:

2. Hucbert 

3. Guntrud

4. Tassilo II.