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Matthias Flothow
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Arbeo von Freising

* vor 723 in der Gegend von Meran (Mais?),
+ gest. 783 / † 4.5. 784, begraben in Freising

Quelle: Band I (1990) Spalte 205 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

ARBEO (Aribo, Arbo), Bischof von Freising, Adelsfamilie der Huosi (wie auch die Freisinger Nachfolger Atto, Hitto und Erchanbald),

A. wurde von dem Bischof Erimbert von Freising, dem älteren Bruder Korbinians, erzogen (nennt ihn seinen nutritor) und erwarb sich als Benediktinermönch langobardisch-romanische Bildung (in Bobbio). Unter Bischof Joseph von Freising wurde er Presbyter und Notar, 763 Abt des neugegründeten Klosters Scharnitz (an der Grenze von Tirol und Bayern) und 764 Josephs Nachfolger. A. stand auf seiten des Frankenkönigs Karl gegen den bayrischen Herzog Tassilo III., der ihn vielleicht deswegen nötigte, auf die Leitung seines Bistums zu verzichten; 782 verwaltete Abt Atto von Schlehdorf die Diözese. 770 vereinigt er Kloster Scharnitz mit Kloster Schlehdorf. 770 Teilnahme an der Synode in Dingolfingen, 772 Teilnahme an der Synode in Neuching.

A. war einer der bedeutendsten Bischöfe seiner Zeit. Er hat den Besitz des Bistums beträchtlich vermehrt. Unter ihm (nicht von ihm) wurden die Klöster Innichen im Pustertal (769), Schäftlarn in Oberbayern (762) und Schliersee in Oberbayern (779) gegründet. 772 verlegte Arbeo das Kloster Scharnitz nach Schlehdorf am Kochelsee. Zwischen 765 und 768 überführte er die Gebeine Korbinians von Mais bei Meran in die Freisinger Domkirche.

A. verfaßte die Biographien Korbinians und des Regensburger Abtes und Bischofs Emmeram. Beide sind die frühesten Quellen bayrischer Kirchen- und Profangeschichte. 

A. hob die Bedeutung der Freisinger Schreibschule.

Spannung mit Herzog Pippin. Datiert als Notar seine Urkunden nicht nach Herzog Tassilo, sondern auch nach Pippin.

Arbeos Stil vereint "bairische Ungeschliffenheit und lateinische Preziosität" (K.Langosch).

Werke:

> Vita Haimhrammi: MG SS rer. Merov. IV, 452 ff.; -

> Vita Corbiniani: ebd. VI, 479 ff.

> Abrogans (?)

Warum schreibt Arbeo zwei Heiligenlegenden, in denen das agilolfingische Herzogshaus eine wenig rühmliche Rolle spielt?

Prinz, S.68f: Die Antiagilolfingische Haltung Arbeos, bzw. des westbayerischen Adels.

Lit.:
Romuald Bauerreiß, KG Bayerns I, 1949, 43. 155 u. ö.;