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Matthias Flothow
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König Konrad III.

Vorgänger: Markgraf Leopold IV. 1141
Nachfolger: Herzog Heinrich XI. Jasomirgott 1143


1116/20 Herzog von Franken, 1127-1135 römisch-deutscher König (als Gegenkönig), 1138–1152 deutscher König. 1141-1143 Herscher in Bayern

Staufer: Mit ihm beginnt die Zeit Staufer und zugleich die Phase des staufisch-welfischen Gegensatzes. Dieser wird rund 100 Jahre lang die Geschichte des mittelalterlichen Deutschen Reiches bestimmen.

* 1093 in Bamberg;
† 15. Februar 1152 in Bamberg
Grab: Bamberger Dom (gegen seinen Willen! Er wollte Lorsch)

 Vater: Herzog Friedrich I. von Schwaben, Mutter: Agnes von Waiblingen (Tochter Kaiser Heinrichs IV.)

1. oo 1115

Gertrud von Comburg (+1130)

2. oo

Gertrud von Sulzbach (+ 1147)

Konrads III. erster Versuch, die Königskrone zu erringen, endet mit einer Niederlage. Im Dezember 1127 war er von seinen Anhängern zum Gegenkönig zu Lothar III. von Supplinburg erhoben worden. Im Streit mit dem amtierenden Herrscher zeigte er sich zunächst beharrlich und konnte im italienischen Monza sogar die eiserne Krone der Langobarden erlangen. Vom Papst wurde er hingegen für sein anmaßendes Verhalten exkommuniziert. Lothar III. zog durch das Stauferherzogtum Schwaben und zerstörte das Land. Damit zwang er Konrad III., sich schließlich zu unterwerfen.

Angesichts dieses Misserfolgs ist es erstaunlich, dass der zweite Versuch des Staufers, König zu werden, erfolgreich ausging: Als Nachfolger Lothars III. setzte er sich 1138 gegen den Welfenherzog Heinrich den Stolzen durch.

Die Weiber von Weinsberg: 1140: Belagerung der Welfenburg Weinsberg: Jede darf aus der Burg mitnehmen, was sie tragen kann. Die Frauen nahmen ihre Männer mit.
Quelle: Kölner Königschronik.

Konrad III. entzog 1139 Heinrichs Vater im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen die Herzogtümer Bayern und Sachsen. Damit waren die Welfen jedoch nicht geschlagen. Heinrich der Stolze behauptete sich in Sachsen in Kämpfen gegen die Askanier, sein Bruder Welf VI. in Bayern gegen die Babenberger. Nach Heinrichs des Stolzen Tod im Oktober 1139 übernahm Richenza, die Witwe Lothars III., die Führung der Welfenpartei in Sachsen und die Vormundschaft über ihren Enkelsohn Heinrich den Löwen. Sie starb im Juni 1141. Zu diesem Zeitpunkt scheint Konrad III. eingesehen zu haben, dass er die Welfen auch durch den Entzug der Herzogswürde nicht besiegen kann, und begann deshalb seine Ausgleichspolitik. In deren Rahmen erhielt Heinrich der Löwe 1142 in Frankfurt das seinem Vater entzogene Herzogtum Sachsen von Albrecht dem Bären zurück. Die zweite Komponente der Ausgleichspolitik war die Verheiratung der Mutter Heinrichs, Gertrud, mit dem Babenberger Heinrich II. Jasomirgott, der 1143 mit Bayern belehnt wurde.

Heinrich der Löwe betrieb intensiv die Ostkolonisation und verleibte ehemals wendische und andere slawische Gebiete dem Herzogtum Sachsen ein. Im Wendenkreuzzug 1147 zwang er die Fürsten der Abodriten und Liutizen, seine Lehnsherrschaft anzuerkennen. Im selben Jahr verhinderte er einen Versuch Konrads III., die Frauenklöster Kemnade und Fischbeck der Reichsabtei Corvey zu unterstellen und damit den königlichen Einfluss in Sachsen zu steigern.

Auch den Anspruch auf Bayern gab Heinrich nicht auf. Als Vorbereitung auf die Teilnahme am Zweiten Kreuzzug wollte Konrad III. im März 1147 auf einem Reichstag in Frankfurt seinen Sohn Heinrich (VI.) zu seinem Nachfolger als König wählen lassen. Während des Reichstags erhob Heinrich der Löwe jedoch Klage und verlangte die Rückerstattung Bayerns. Da diese Klage die Wahl Heinrichs (VI.) aufschob und der Kreuzzugstermin näher rückte, hatte Heinrich der Löwe Konrad damit unter Druck gesetzt. Letztendlich gab sich Heinrich mit dem Versprechen des Königs zufrieden, dass über Bayern nach dem Ende des Kreuzzuges erneut verhandelt werden sollte. Allerdings belastete die schwebende Klage ab diesem Zeitpunkt Konrads Machtanspruch, darüber hinaus weigerte Heinrich sich, am Kreuzzug in das Heilige Land teilzunehmen, sondern setzte sich an die Spitze eines sächsischen Adelsaufgebots, das 1147 zu dem bereits erwähnten, parallelen, Wendenkreuzzug gegen die Slawen zwischen Elbe und Oder aufbrach. In diesem Zeitraum heirateten Heinrich und Clementia von Zähringen. Diese Anerkennung durch das einflussreiche Haus der Zähringer stellte eine weitere Aufwertung von Heinrichs Machtanspruch dar.

Während und nach dem gescheiterten Aufstand Welfs VI. gegen Konrad III. dehnte Heinrich der Löwe sein Einflussgebiet ab 1149 zunehmend auch nach Bayern aus. Im Herbst 1151 misslang ein Überfall Konrads auf Braunschweig, das Herrschaftszentrum Heinrichs.