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Matthias Flothow
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1255 Landesteilung

Die Wittelsbacher vererbten ihre Besitzungen im Mittelalter wie privates Eigentum. Vor 1506 gibt es keine Bevorzugung des Erstgeborenen.

Voraussetzung für die Teilungen ist, dass der Herzog nicht mehr vom Stammesadel gewählt wird, sondern dass sein Herzogtum erbliches Reichslehen geworden war (seit 1180).

Die drei ersten Wittelsbacher hatten nur einen überlebenden Sohn. Deshalb stellt sich das Problem hier noch nicht. Otto II. jedoch hinterlässt mit Ludwig II. und Heinrich XIII. zwei Söhne.

Diese wollten das Land gemeinsam regieren (1253), aber Streitigkeiten zwischen ihnen machten das unmöglich. So kommt es zur Landesteilung.

Sie teilen das Land 1255 in einen oberen Teil mit der Hauptstadt München (Ludwig) (OBERBAYERN) und einen unteren Teil mit der Hauptstadt Landshut (Heinrich) (NIEDERBAYERN). Beide behalten Rechte in Regensburg. Ludwig bekommt auch die Pfalzgrafschaft bei Rhein. Für Heinrich besteht die Aussicht auf die Rückgewinnung des Landes ob der Enns nach dem Aussterben der Babenberger.

Die Brüder stehen also "Rücken an Rücken", der eine mit Aussichten im Westen, der andere mit Aussichten im Osten.

Oberbayern ragt mit der Pfalz ins Reich hinein. In Schaben öffnen sich durch den Niedergang der Staufer große Aussichten.

Niederbayern blickt nach Böhmen, Österreich und Ungarn. Dort sind Zuwächse möglich. Allerdings zerschlug sich Heinrichs Aussicht auf das Land ob der Enns.

Die Teilung entsprach nicht dem Grundsatz des Reichsrechts, dass Fürstentümer als Reichslehen ungeteilt bleiben. Deshalb beschränkten sich die Brüder auf eine "Mutung".

Die nächste Erweiterung geschieht durch das Erbe Konradins 1268f.

 

Lit.: Wilhelm Störmer, Die wittelsbachischen Landesteilungen im Spätmittelalter (1255-1505), in: Suzanne Bäumler et al. (hrsg.), Von Kaisers Gnaden. 500 Jahre Pfalz-Neuburg 2005, S. 17-23