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Matthias Flothow
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Averroes - Ibn Rusd

14. April 1126 Cordoba - 10. Dezember 1198 Marrakesch

Die Hauptmerkmale des Averroismus


(nach Wilhelm Schmidt-Biggemann, Enzyklopädie und Philosophia perennis, in: Franz M. Eybl u.a. (Hg.), Enzyklopädien der Frühen Neuzeit, Tübingen 1995, S. 1-18)

1. Die Frage nach der Geschaffenheit oder Ewigkeit der Welt läßt sich philosophisch streng nicht beantworten. Die Grundfrage der Analytik des Aristoteles: ti kata tigos, was wird von was ausgesagt, läßt keine Antwort auf die Genese der Welt und ihrer Beschaffenheit finden.

2. Die Seele des Menschen ist dadurch, dass sie an theoretische Wahrheiten schlechterdings gebunden ist, nicht als individuelle Seele zu begreifen, sondern nur als Gattungsseele. Dadurch ist es fraglich, wie das jüngste Gericht, das Ende der Heilsgeschichte, in Bezug auf die individuelle Seele denkbar ist.

3. Die Frage nach der Äquivozität von Sein. Wenn man von Gott nur äquivok reden könnte, dann gab es keine Möglichkeit mehr für die Wissenschaft von der göttlichen Offenbarung, für die Theologie. Das Ergebnis, auch das Ergebnis der Wirkungsgeschichte von Dionysius Areopagita, war, dass sich die Theologie in Frömmigkeit auflösen musste.