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Matthias Flothow
dumii@web.de

Herzog Otto II. der Erlauchte (illustris)

Vorgänger: Herzog Ludwig I. der Kelheimer. (Vater) bis 1231.
Nachfolger: Herzog Heinrich XIII. 1253 mit seinem Bruder Ludwig II.  bis 1255 gemeinsam, dann Niederbayern.
nach oben (Wittelsbacher vor 1506)


* 7.4.1206 in Kelheim
+ 29.11.1253 in Landshut
Grab: Scheyern

oo  Mai 1222 in Worms

Hofgartenarkaden

Agnes, Pfalzgräfin bei Rhein

* um 1201
+ 16.8.1267 in ?
Grab: Scheyern

Kinder:

1. Elisabeth, * 1227+ 9. 10. 1273
Grab: Stams/Tirol
    1. oo 1246: König Konrad IV. von Hohenstaufen (1252-1268)
    2. oo 1259:

Mainhard IV. v. Görz u. Tirol (um 1235-1295

2. Ludwig II., Herzog v. Bayern (1229 - 1294) 
3. Heinrich XIII., Herzog v. Bayern (1235 - 1290)  
4. Sophie v. Bayern Ende 1236 - 9. 8.1289
Grab: Dominikanerkloster Eichstätt
    oo 1258: Gebhart VI. v. Sulzbach und Hirschberg (um 1220-1275)

5. Agnes v. Bayern

Nonne in Seligenthal
um 1240 - 7. 12. 1306
Grab: Seligenthal

Hartwich vom Rhein ist sein Erzieher (zum Folgenden: Rall, S. 35ff).

Otto II. ist der große Städtegründer und ein Freund der mittelalterlichen Dichtung (Neidhart, Reinbot von Dürne, der Tannhäuser feiert ihn überschwenglich).

Otto hatte drei Aufgaben:

1. Sich im eigenen Land durchzusetzen gegen die Bischöfe und andere Herrschaften,

2. Die alte Ostmark zurückzugewinnen,

3. Eine eigene Stellung zu finden im Konflikt zwischen Kaiser und Papst.

Konflikte mit den Bischöfen

Seit 1220 konnten Geistliche, die weltliche Gerichtsrechte hatten, zu Reichsfürsten aufsteigen. Das drohte die relative Geschlossenheit des Territoriums zu durchlöchern. War Gerold von Freising noch bereit gewesen, Ottos Vater Ludwig für manche Rechte als Lehensherr anzuerkennen, so ist es damit bei Konrad von Tölz und Hohenburg vorbei.

Staufisch?

Otto stand den Staufern mißtrauisch gegenüber. In Bayern hatte Otto als Nachbarn den unruhigen Friedrich den Streitbaren von Österreich. In die Auseinandersetzung mit Friedrich griff zuletzt auch der Kaisersohn Heinrich ein (der Schwager von Friedrich dem Streitbaren) und fiel verheerend ins Land ein.

Otto schließt sich an den Kaiser Friedrich II. an und als 1236 Friedrich der Streitbare in die Reichsacht kam, führten gerade die Bayern und Böhmen den Hauptstoß gegen Wien. Das waren gute Aussichten für Otto II.

Doch Kaiser Friedrich II. beanspruchte die Steiermark für das Reich und nun war Bayern nahezu umklammert von staufischem Gebiet (Herzogtum Schwaben, der Nordgau, die Alpenländer und Österreich).

1238 stellten Bayern, Böhmen und der geächtete Babenberger die stauferfeindliche Partei im Reich. Albert von Beham, Passauer Domdekan und päpstlicher Legat, versuchte die Agitation der Kurie ins Reich zu tragen. Die innerbayerische Situation zeigte nun gespaltene Interessen. Die Bischöfe waren durchwegs staufisch, der Herzog mit dem päpstlichen Legaten am Hof war auf der Seite des Papstes.

Aber Böhmen und Österreich schieden aus diesem Bündnis aus. So musste sich Otto wieder den Staufern annähern. Der Legat muss 1241 vom Hof. 1246 heiratet Tochter Elisabeth den Kaisersohn Konrad. Damit übernimmt Otto II. die Führung der staufischen Partei in Süddeutschland.

Hubensteiner: Diese zweite Schwenkung war politisch ein Fehler, der dem Starrsinn des alternden Otto zuzurechnen ist. (S. 88)

1246 sterben mit Friedrich dem Streitbaren die Babenberger aus. Otto sichert sich eine Art Statthalterschaft. Aber gegenüber dem Böhmen Ottokar zieht er sich zurück.

Den Herzog, der sehen musste, wie alles gegen ihn war, hatte eine seltsame Resignation überkommen.

Berthold von Regensburg versuchte noch vergebens, ihn mit der Kirche auszusöhnen.

Seinem staufischen Schwiegersohn Konrad IV ist er wie ein Vater gewesen.

 

1240 kommt die Grafschaft Bogen und deren weiß-blaues Rautenwappen an Bayern. Die drei Söhne des Grafen von Bogen starben kinderlos.

1248 starben die Andechser (Herzog v. Meranien) im Mannesstamm aus. Die Gebiete kamen an den Herzog v. Bayern, die Grafen v. Tirol u.a.

1248 starb eine Linie der Ortenburger aus, dessen Gebiet an die Wittelsbacher fiel. (Eine andere Linie der Ortenburger hatte noch eine Grafschaft bei Passau bis 1805, die durch Tausch an Bayern kam).

 

Die Pfalz

1214 war bereits Ludwig der Kelheimer mit der Pfalz belehnt worden (der 6-jährige Otto war mit der Pfalz-Erbin Agnes - der Schwester des kinderlos verstorbenen Bruders Ludwig, Enkel Heinrich des Löwen - verlobt worden).

 

1228 übernimmt Otto die Regierung.

Aufbau einer Verwaltung im Herzogtum und in Heidelberg

Die Kanzlei des Herzogtums und der Pfalzgrafschaft verfügen über je drei Notare , die als Referenten und bei der Abfassung und Niederschrift von Urkunden Dienste leisten. Sie sind so wenig landsmannschaftlich geprägt, dass sie von einer Kanzlei in die andere versetzt werden können. 

Otto lässt sich durch Viztume (vicedomini) vertreten. Einrichtung von Hofämtern, zugleich Erzämter oder gräfliche Erbämter. Otto stützt sich auf Ministerialen, die auch in Hofämter einrücken können.