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Matthias Flothow
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Petrus Hispanus (logicus)

Summulae logicales (1230/31)

Von ihm stammt ein Kompendium zur Logik (zwölf Traktate, bekannt als „Summulae logicales“), das auf das „Organon“ des Aristoteles zurückgeht, zum Standardwerk der ma. Logik wurde und bis in die Neuzeit aktuell blieb (Ingolstadt). Es ist dadurch ausgezeichnet, dass es eine Zusammenführung antiker Logik (logica antiqua) mit mittelalterlichen Neuerungen (logica moderna) bietet. Reine diskursive Deduktion (via rationis) ohne sinnliche Erfahrung hält er für absurd, ebenso wie Empirie ohne verstandesmäßge Durchdringung. Erfahrung und Vernunft sollen einander ergänzen.

- Umstritten ist, ob Petrus von einem Werk des byzantinischen Zeitgenossen Michael Psellos (um 1018 – 1079) profitiert hat.

Ein Kompendium der Logik, in sieben Teilen: 1. De enunciatione (Vom Urteil). 2. De universalibus (Von den Allgemeinbegriffen, den »quinque voces« der »Isagoge« des Porphyrius). 3. De praedicamentis (Von den Kategorien). 4. De syllogismo (Von den Schlüssen). 5. De locis dialceticis (Topik). 6. De fallaciis (Von den Trugschlüssen). 7. De terminorum proprietatibus (Von den »Suppositionen«, »exponiblen Schlüssen« u. a.). Das Werk des P. wurde im Mittelalter viel benutzt.

Johannes Eck kommentiert es. Viele andere auch.

? Die Summulae sind nichts andres als eine Übersetzung der griechischen Synopsis Organi Aristotelici des Michael Phellos, die zuerst die scholastische Nomenklatur der syllogistischen Schlüsse enthält.

Durch Petrus Hispanus wurde erstmals die Allegorie des Baumes unter dem Begriff Arbor porphyriana in die Wissenschaftsgeschichte eingeführt, die Raimundus Lullus in seinem L'arbre de ciència (um 1295/96 veröffentlicht in lateinischer Sprache 1482 ) zur systematischen Gliederung der Wissenschaften einsetzt.

Erst Johannes Buridan (+ nach 1358) macht die Summulae zu einem allgemeinen Lehrbuch.

Lit: Summulae logicales, 1480 u. ö. – Vgl. PRANTL, M. Psellus u. P. Hispanus, 1867. – A. STAPPER, Die Summulae logicales des P. H. und ihr Verhältnis zu Michael Psellus, Festschrift zum Jubiläum des deutschen Campo Santo in Rom, 1896.

Quaestiones super libro de animalibus

Kommentare zur Tierkunde „De animalibus“ des Aristoteles unter dem Titel „Questiones super libro de animalibus“. Darin spricht er vom Menschen als vom "animal nobilissimum".

Thesaurus pauperum

Sein "Thesaurus pauperum" ("Summa experimentorum") ist eine eher mittelmäßge Rezeptsammlung für die Armen, erhalten in einer Vielzahl von Handschriften und Frühdrucken. "Liber de conservanda sanitate" heißt eines seiner vielen Traktate über medizinische Probleme.

(Quelle: Mittelalterlexikon, Elsner)

Unter: http://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PPN=PPN345858700_0003 (11.3.2015):

Grabmann

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/inc/image/view/5426771?w=1000