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Matthias Flothow
dumii@web.de

Albertus Magnus

ca. 1193 - 1280
Zu Alberts Leben und zu einem Überblick über das Gesamtwerk: H.Anzulewicz, De forma resultante in speculo. Die theologische Relecanz des Bildbegriffs und des Spiegelbildmodells in den Frühwerken des Albertus Matnus (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters N.F.53/I), Münster 1999,4-17 (mit Literatur).

Mehr als 2/3 des Gesamtwerks Alberts gehören zur literarischen Gattung des Kommentars.

Er gehört zum Pflichtprogramm für die Erlangung der Doktorwürde in der Theologie (Albert erhält ihn 1245), die 4 Bücher der Sentenzen des Petrus Lombardus zu kommentieren. Der Petrus Lombardus-Kommentar wird 1249 abgeschlossen, im Anschluss an Alberts Übersiedlung nach Köln als magister rtegens des dort neu gegründeten studium generale der Dominikaner.

Etwa gleichzeitig entstehen Alberts Kommentare zu den Werken des Pseudo-Dionysius Areopagita.

Dazu kommen Schriftkommentare zu den 4 Evangelien, zu Hiob, die Auslegung aller prophetischen Bücher des Alten Testaments (besonderes Interesse an Prophetie).

Philosophische Kommentare zur Nikomachischen Ethik (mit der neuen Übersetzung von Robert Grosseteste als Grundlage), Kommentare zum ganzen damals bekannten Corpus Aristotelicum, Kommentar zum Liber de causis.

Das gesamte Werk lässt sich in drei Hauptteile gliedern: Philosophia realis, philosophia moralis, philosophia rationalis.
Realphilosophie: ihr Gegenstand hat seine Grundlage in den Dingen,
Moralphilosophie: sie beruht auf der menschlichen Handlung.
Logik (scientia rationalis): die Verfahren, die in den verschiedenen Disziplinen angewandt werden.

Die Realphilosophie läßt sich (gemäß der aristotelisch-boethianischen Einteilung, die Albert übernimmt) in drei Hauptbereiche einteilen:
Erste Philosophie oder Metaphysik, Mathematik, Naturphilosophie.
"Die Metaphysik behandelt die Dinge, die sowohl hinsichtlich ihres Seins wie auch hinsichtlich ihrer Definition von wahrnehmbarer Materie und Bewegung getrennt sind.
Die Mathematik befasst sich mit Dingen, die hinsichtlich ihres Seins von der wahrnehmbaren Materie und der Bewegung untrennbar sind, die jedoch auch ohne diese Bindung gedacht werden können.
Die Naturphilosophie behandelt die Gegenstände, die sowohl hinsichtlich ihres Seins wie auch hinsichtlich ihrer Definition von Materie und Bewegung untrennbar sind." (Albertus Magnus, Physica 1,49-2,50, ed. P.Hossfeld 1987)

Der Ordnung der Natur nach ist diese Reihenfolge, dem Fortgang des Lernens nach die umgekehrte.

Werke zur Naturphilosophie: Etliche Kommentare, vor allem zwischen 50er und Anfang der 60er Jahre.

Werke zur Mathematik: Kommentar zu Euklids "Elemente der Geometrie" (ca 1262/63)

Werke zur Metaphysik, in ihrem doppelten Aspekt als allgemeine Metaphysik (Ontologie) und als Theologie (im aristot. Verständnis des Wortes als dem Wissen von den getrennten Substanzen): Kommentare zur aristot. Metaphysik und zum Liber de causis (als Vollendung der aristot. Metaphysik angesehen) (um 1264, bzw.1264-1267)

Moralphilosophie: Sie umfasst Ethik, Ökonomik und Politik.

Logik: sie umfasst auch Rhetorik und Poetik.

Albert kommentiert die kanonischen Teile der sog. Logica vetus (Folgende Werke: Porphyrius, Isagoge; Aristoteles, Categoriae; Aristoteles, De interpretatione; Anonymus, De sex principiis; Boethius, De divisione; Boethius, De differentiis topicis) und die Logica nova (Aristotelesschriften: Analytica Priora, Analytica Posteriora, Topica, Sophistici Elenchi)

(Nach: Albertus Magnus, Buch über die Ursachen und den Hervorgang von allem aus der ersten Ursache, Meiner 2006, Einleitung I-XXII)

 

Gehilfe: Berthold von Regensburg