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Matthias Flothow
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Berthold von Moosburg

Dominikaner, neuplatonischer Scholastiker

* in Moosburg, 1316 Studium in Oxford, 1318 Aristoteles-Kommentator, 1327 Lesemeister Dominikanerkloster Regensburg, 1335-1343 Lesemeister Dominikanerkloster Köln, 1346 Vertreibung der Dominikaner aus Köln, 1350 Vikar in Engelthal bei Nürnberg, ab 1353 Köln, + nach dem 20.4.1361

 

Neuplatonische Kommentierungstradition vor Berthold:
Joane Petrizi (um 1100, Konstantinopel - Makedonien - Georgien): Georgische Übersetzung der Elementatio theologica des Proclus, Kommentar. (Lit.: L. Alexidse, Joane Petrizi, Kommentare zur Elementatio ..., in: Orthodoxes Forum 9(1995), S. 141-171.)

 

Isabel J. Tautz (Erst-Eines, Intellekte, Intellektualität. Eine Studie zu Berthold von Moosburg, Hamburg 2002):
Bertholds Philosophieren schließt sich eng an das Philosophieren des Neuplatonismus an. Seine wichtigste Autorität aus dem Mittelalter war Dietrich von Freiberg.

Berthold: Der mögliche Intellekt ist als verwirklichter möglicher Intellekt allein Prinzip intramentaler Erkenntnisakte; denn Erkanntes ist intentio, Begriff im Intellekt.
Dietrich dagegen: Erkanntes ist nicht nur im Intellekt, sondern gewinnt durch intellektuale Effizienzursächlichkeit auch extramentale Realität.

Berthold nähert sich dem neuplatonischen Denken an. Das Eine als das Gute in seiner Autarkie ist intellekttranszendent, Grund für intellektuales Erkennen.
Allein intellektuales Erkennen kann aber wissen, WAS das Eine ist; allein intellektualer Erkennen vermag zu ergründen, WAS die Washeit von etwas ist. Dietrich gab auf diese Was-Fragen eine Antwort, Berthold nicht.

Lit.: L. Sturlese, "Homo divinus". Der Prokloskommentar Bertholds von Moosburg und die Probleme der nacheckhartschen Zeit, in: K. Ruh (Hg.), Abendländische Mystik im Mittelalter, Stuttgart 1986, S. 145-161.