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Matthias Flothow
dumii@web.de

Herzog Otto III.

Vorgänger: Herzog Heinrich XIII. bis 1290
Nachfolger: Herzog Heinrich XIV. ab 1312
nach oben (Wittelsbacher vor 1506)


 Herzog von Nieder-Bayern (1290-1312)

* 11.  2. 1261 in Burghausen
gestorben 9.9.1312 in Landshut
Grab: Seligenthal, Landshut

Ältester Sohn des Herzogs Heinrichs XIII. von Nieder-Bayern und der Elisabeth von Ungarn, Tochter von König Bela IV. (Dadurch Anspruch auf das ungarische Erbe!)

Heinrich XIII. führte eine Vereinbarung herbei, nach der Otto III. alleiniger Erbe Niederbayerns wird. 1294 werden seine Brüder Ludwig III. (+ 1296) und Stephan I. (+1310) Mitregenten, ordnen sich aber der Oberhoheit Ottos III. unter.

Antihabsburgisch wie sein Vater.

Legte 1311 durch den ersten Großen Freiheitsbrief (Ottonische Handfeste) den Grund zur bayerischen Landstandschaft.

1. oo Januar 1279 Wien

Katharina, Gräfin von Habsburg

* um 1256 (oder 65) in Rheinfelden
+ 4.4.1282 in Landshut

Tochter König Rudolfs.

Kinder: 

1. Rudolf (1280-1280) 

2. Heinrich (1280-1280)

2. oo 18. Mai 1309

Agnes von Schlesien-Glogau

*1293/96,
+ 25.12.1361

Tochter Herzog Heinrichs III. von Schlesien-Glogau

Kinder:

3. Agnes

(1310-1360),  oo Heinrich III. Graf von Ortenburg

4. Heinrich III. (XV.)

der Natternberger ( 28.8.1312-18.6.1333)

Otto III. folgte 1290 dem Vater, setzte die Fehden gegen die Habsburger fort und unterstützte 1291 die Aufstände in Österreich und Steiermark. Er wurde Anhänger König Adolfs von Nassau, verschuldete das Land völlig und verkaufte unter anderem Bad Gastein an den Erzbischof von Salzburg.

Er kämpfte 1296/97 in Flandern

machte 1298 an der Seite Adolfs von Nassau (der hier fiel und Otto wurde verwundet) die Schlacht bei Göllheim mit gegen Albrecht von Österreich, unterwarf sich König Albrecht I. und half ihm seitdem gegen die rheinischen Kurfürsten und 1304 gegen Böhmen.

Er ging 1304 zu Böhmen über,

1293 wird die niederbayerische Hofordnung

erlassen.

Er erließ dann 1311 die "Ottonische Handfeste", förderte damit entscheidend das Entstehen der bayerischen Landstände und gestand ihnen unter anderem die niedere Gerichtsbarkeit zu.

Die bereits von seinem Vater, Herzog Heinrich XIII. von Nieder-Bayern, begonnene antihabsburgische Politik setzte er zunächst konsequent fort und verbündete sich mit König Wenzel II. von Böhmen gegen die Habsburger. Die Politik war auf den Gewinn der Steiermark gerichtet.

Der späteren Versöhnung mit König Albrecht I. folgte 1304 eine erneute Annäherung an den Böhmen-König, dessen Sohn Wenzel ihm die ungarische Königskrone abtrat. Er schlug sich 1305, als Kaufmann verkleidet, nach Ungarn durch. Am 6.12.1305 wurde Otto in Stuhlweißenburg zum König von Ungarn gekrönt. Da auch Karl Robert von Anjou, unterstützt von der Kurie, Anspruch auf die ungarische Königskrone erhob, musste Otto, nachdem er sich anfänglich behauptet hatte, im Oktober 1307 Karl Robert von Anjou als König von Ungarn anerkennen. Er wurde vom Wiowoden von Siebenbürgen in die Falle gelockt, gefangengesetzt und schließlich aus dem Land gejagt, hielt sich einig Zeit am schlesischen Herzogshof auf, kam 1308 wieder nach Landshut.

Er konnte 1308 über Russland fliehen und setzte die Fehden gegen Habsburg fort, das die Anjous unterstützte.

Ihm folgt Heinrich XIV., Heinrich XV. der Natternberger (+1333) und Otto IV. (+1334).