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Matthias Flothow
dumii@web.de

Herzog Friedrich

Vorgänger: Herzog Stephan II. mit der Hafte bis 1375.
Nachfolger: Herzog Heinrich der Reiche ab 1393.
nach oben (Wittelsbacher vor 1506)


Bei der Landesteilung 1392 fällt ihm Bayern-Landshut zu.

* um 1339 in ?
+ 4.12.1393 in Budweis
Grab: Seligenthal

1. oo 15.3.1360

Anna, Gräfin von Neuffen, Graisbach und Marstetten

*Sommer 1327
+15.10.1380

Tochter Graf Bertholds VII. von Neuffen

1. Elisabeth (Isabella)

*um 1361
+17.1.1382

oo Marco Visconti von Mailand

2. oo 2.9.1381

Magdalena Visconti

*um 1366
+24.8.1404  Burghausen

Tochter des Barnabo Visconti, Signore von Mailand

2. Elisabeth

*1383
+13.11.1442

oo 18.9.1401
Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg
1371-20.9.1440

3. Margarete

*1384  +jung

 

4. Heinrich der Reiche

 

5. Magdalene

1388-1410

oo 1403
Johann Meinhard Graf von Görz
1378/1380 - 22.5.1430

6. Johann

*1390
+20.12.1396

 

 

nach dem Tode seines Vaters Stephan II. (1375) regierte Friedrich mit seinen Brüdern Stephan III. und Johann II. das Herzogtum Bayern (ohne Straubing).

Schon 1374 erhielten er und  Stephan III. die Landvogtei in Oberschwaben und infolge der Beteiligung und erfolgreichen Vermittlung Friedrichs im Krieg gegen den Schwäbischen Städtebund 1378 auch in Niederschwaben. Mit der Verpfändung dieser Landvogteien an Herzog Leopold III. von Österreich provozierte König Wenzel 1379 den Bruch mit Friedrich. Durch Einlenken des Königs versöhnt, förderte Friedrich in den folgenden Jahren als königlicher Rat Wenzels Politik in S-Deutschland.

1382 stieß Friedrich bei seiner Parteinahme für den vertriebenen Propst Ulrich Wulp von Berchtesgaden auf den Widerstand Erzbischof Pilgrims von Salzburg und der Habsburger; der Krieg wurde durch ein zehnjähriges Bündnis zwischen Bayern, Österreich und Salzburg sowie ein Defensivbündnis der bayerischen Herzöge mit Leopold III. von Österreich gegen die Städtebünde beigelegt. Trotz Spannungen zwischen den schwäbischen und rheinischen Städten und dem "Herrenbund" seit 1381 war, auch dank der Vermittlung Friedrichs, ein Krieg vermieden worden. Doch die städtefreundliche Haltung des Königs ließ die Fürsten 1387 dessen Absetzung und die Königswahl Friedrichs planen.

Durch seine Offensive gegen die feindliche Allianz der Städte mit dem Erzbischof von Salzburg löste Friedrich 1388 gegen sich und den Herrenbund den Reichskrieg aus, der mit der Auflösung der Städtebünde im Egerer Reichslandfrieden 1389 endete. Zu dessen Wahrung setzte der König einen Sechserausschuß ein, an dessen Spitze Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz und Friedrich standen, seit 1390 Friedrich allein. Bei der Landesteilung von 1392 sicherte sich Friedrich mit dem Landshuter Teil das wertvollste Gebiet Bayerns.

Friedrich der Weise stritt viel mit seinen Brüdern.

Er machte 1388 die Schlacht bei Döffingen mit, half Prinz Ruprecht in der Passauer Stiftsfehde und brachte als Gesandter in Paris 1385 die Heirat seiner Nichte Isabeau zustande. 

Hoensch, Jörg K.: Seite 165,209, "Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437"

Doch der Wittelsbacher Otto konnte bald darauf von seinem Neffen Friedrich, dem Zweitgeborenen des Herzogs Stephan von Bayern, veranlaßt werden, seine Rechte an der Mark Brandenburg zurückzufordern. Nachdem Markgraf Otto VI.Klage gegen den Kaiser erhoben und Herzog Friedrich zum Nachfolger erklärt hatte, begann Karl, gerade erst von einer lebensbedrohenden Krankheit genesen, im Juni 1371 einen Feldzug, der jedoch schon Mitte August 13 abgebrochen wurde.

Wenzel IV., seit einer lebensbedrohenden Erkrankung im September 1388 physisch und psychisch schwer angeschlagen, überstand einen Anfang Dezember 1393 auf ihn verübten Giftanschlag, dem allerdings Herzog Friedrich von Bayern zum Opfer fiel.

 

Literatur:

Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 165,209 -

Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 94 -

Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 71 -

Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Teil II Seite 188f., 209-217 -