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Matthias Flothow
dumii@web.de

Herzog Wilhelm IV.

Vorgänger: Herzog Albrecht IV. 1508
Nachfolger: Herzog Albrecht V. 1550
nach oben (Wittelsbacher nach 1506)


* 13. 11. 1493 in München
+ 7. 3. 1550 in München
Grab: Dom in München

oo 5.10.1522 in München

Jakobäa Maria

Regiert von 1508 bis 1511 unter der Vormundschaft seines Onkels Herzog Wolfgang.

Regiert gemäß der Vereinbarung vom 15. Mai 1516 gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig, der 1545 stirbt.

Wohl persönlich von der Richtigkeit der alten Lehre überzeugt. Deshalb 1522 auf der Grünwalder Konferenz erstes Religionsmandat:
Zwei Richtungen:
    Abwehr des Reformatorischen und
    entschiedener Wille zur Reform im altkirchlichen Bereich.

Welchen Gewinn brachte diese Politik? (Körner, S. 42ff)
- die nachgeborenen Fürstensöhne konnten mit geistlichen Sekundogenituren versorgt werden.
- die staatlichen Kirchenhoheitsrechte konnten weiter ausgedehnt werden, d.h. die Kirche konnte stärker in den sich ausbildenden frühneuzeitlichen Fürstenstaat eingebunden werden.
- die Anlehnung an den Kaiser ließ erwarten, dadurch die reichspolitische Position des bayerischen Herzogtums zu verbessern.
- mit der Abwehr der Reformation konnte auch die Gefahr eines politisch-sozialen Umbruchs (Bauernkrieg) abgewehrt werden.

Dabei ist die sich entwickelnde staatliche Bürokratie sowohl ein Instrument der Kirchenreform, als auch der Gegenreformation.

Verstärkend kam hinzu, dass die Kurie sich auf Bayern stützte, weil es sonst keinen anderen Machtfaktor in ganz Deutschland gab für die römische Sache.

Die Entscheidung Bayerns, beim alten Glauben zu bleiben bedeutet, dass Deutschland zum Haupfkampfplatz der kontroversen Ideen und der politisch-konfessionellen Kräfte wurde. (Ranke: der Ursprung der Spaltung der Nation und die selbstgewollte Ausschaltung vom weiteren Gang der deutschen kulturellen Entwicklung.) Der Vorwurf lautet, dass Bayern um enger Interessen willen dieses machtpolitische Kalkül eingegangen ist.