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Matthias Flothow
dumii@web.de

Herzog Albrecht V.

Vorgänger: Herzog Wilhelm IV. 1550
Nachfolger: Herzog Wilhelm V. 1579
zur Epoche (Reformation und Rekatholisierung) nach oben (Wittelsbacher nach 1506)


Regiert Bayern von 1550 bis 1579

*29.2.1528 München,
+24.10.1579 München,
Grab: Dom München

oo 4.7.1546 München

Anna

*7.7.1528 Prag, +16/17.10.1590 München, Grab: Dom München
Eltern: Ferdinand (I.), später röm.-dt. Kaiser, Mutter: Anna, Tochter von König Wladislaw V. von Böhmen (Wladislaw II. von Ungarn)

Mit dieser Heirat beginnt die (gegenreformatorische) Allianz zwischen Österreich und Bayern.
Durch diese Heirat hält man noch 1742 die Erbansprüche auf die habsburgischen Lande für gesichert.

Kinder:

1. Karl

2. Wilhelm

3. Ferdinand

4. Maria

*21.3.1551 München, +29.4.1608 Graz, Grab: St. Katharina Graz.
oo Kaiser Ferdinand II.

5. Maximiliana Maria

6. Friedrich

7. Ernst, Kurfürst und Erzbischof von Köln


 

Albrecht macht fortschreitend Schulden. Das nötigt ihn - ob er will oder nicht - zur Zusammenarbeit mit den Ständen im Landtag, da diese das Recht der Steuerbewilligung haben.

Dieses Recht ist für die Stände auch das Mittel, politische Forderungen zu stellen. Das tun die Stände vor allem in der Zulassung des protestantischen Bekenntnisses (bzw. in der Vorstufe dazu Laienkelch, Priesterehe, deutsche Sprache).

1553 auf dem Landtag in Landshut waren schon (bei der Forderung Albrechts, eine dreifach höhere Steuer genehmigt zu bekommen) die kirchlichen Missstände angesprochen worden.

1556 tritt der Landtag wieder zusammen, um das Heiratsgut der Schwester Albrechts zu genehmigen. Hier sagt der Herzog Straffreiheit für Untertanen zu, die das Abendmahl in beiderlei Gestalt nehmen und sagt außerdem zu, sich für die Legalisierung der Kelchpraxis einzusetzen.

Simon Eck wird Kanzler

Anlass zur Verfolgung kann ein Ratsgutachten sein, das den Herzog zu größerer Sparsamkeit (und Entlassung von Orlando do Lasso) auffordert. Dem Herzog wird Entgegenkommen geraten. Der Herzog aber fühlte sich wohl durch die Stände erpresst. Schon vorher wollte er bei Hof keine Adeligen mehr sehen, die unter beiderlei Gestalt kommunizierten.

Die Verfolgung der Evangelischen beginnt faktisch mit der Visitation von 1558.

1563 wird die "Adelsverschwörung" als solche hochgespielt, damit Albrecht V. den Schein des Rechts für das Vorgehen gegen die Evangelischen sich zulegte.

Aufstellung eines Index der verbotenen Bücher,

Gründung eines geistlichen Ratskollegiums, das die Maßnahmen der Religionspolitik koordinierte.

Albrecht nutzte die Tradition des Sammelns, der Kunstpflege, des Bauens um der Repräsentation willen, des Ausspielens der emotionalen Kräfte der Musik als das eigentliche Feld der Reputation.

1563 Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Kunstkammer, einen architektonischen Schrein für die Kostbarkeiten seiner Sammlung.

1568 wurde das Antiquarium begonnen für die (damals größte Sammlung an antiken Skulpturen, mehr als 600)Antikensammlung, im oberen Geschoss für die Bibliothek.