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Matthias Flothow
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Amalienburg

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Im Auftrag von Kurfürst Karl Albrecht als Präsent für Amalie, seine Frau.Amalienburg

 

Als Anregung und Vergleich dient der Salon de la Princesse, den 1736 bis 1739 das Hôtel de Soubise durch Germain Boffrand errichtete. Dessen Pläne dürfte Cuvilliés gekannt haben.

François Cuvilliés der Jüngere hat Entwürfe und Ornamentzeichnungen des Vaters in einem Stichwerk veröffentlicht unter dem Titel "Ecole Bavaroise de l'Architecture". Er versteht also Cuvilliés Arbeiten als bayerische Arbeiten. Es ist ein Werk, das auf grund französischer Anregungen sich entfaltete, das ein Wallone in München errichtete.Spiegelsaal

Wie in Paris werden die Wandflächen durch eine Abfolge von Bogensegmenten gegliedert, von Spiegeln optisch erweitert, von Fenstern durchbrochen. Es entsteht ein Spiel der Illusion.

Aus dem aufgeklärten Vokabular entsteht in München eine wuchernde, überbordende Sinnlichkeit, zwar getragen von einer unterlegten Ordnung, doch diese immer wieder übertanzend, die Freiheit mit dem Spiel der Fantasie auskostend.

Das Interieur kann man vergleichen mit dem Cabinet intérieur du Roi in Versailles. Ist in Versailles der Klang von Gold auf Weiß vorherrschend, wie im ganzen 18. Jahrhundert in Frankreich, so wirkt schon das Silber kühn (er verdankt sich der bayerischen Jagdunivorm in Silber-Blau). Erst recht die Fassung der Wünde in Strohgelb, Zartblau und Zitronenfarbe.