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Matthias Flothow
dumii@web.de

König Maximilian II.

Vorgänger: König Ludwig I. 1848.
Nachfolger: König Ludwig II. 1864.
nach oben (Wittelsbacher nach 1506)


* 28. 11. 1811 in München
+ 10. 3. 1864 in München
Grab: Theatinerkirche München

oo am 12.10.1842 in München

Marie Friederike, Prinzessin von Preußen

* 15. 10. 1825 in Berlin
+ 17. 5. 1889 in Hohenschwangau
Grab: Theatinerkirche München

Kinder:

1. Ludwig Otto Friedrich Wilhelm

2. Otto Wilhelm Luitpold

* 27. 4. 1848 in München 13. 6. 1886 König, für ihn regiert Prinzregent Luitpold und ab 12. 12. 1912 Ludwig III. erst als Prinzregent, dann als König.
+ 11. 10. 1916 in Fürstenried
Grab: St. Michael München  

 

Max bekommt 1827 von seinem Religionslehrer Oettl zur Erstkommunion die "väterlichen Ermahnungen" des Kurfürsten Maximilian I. gewidmet. (Oettl hat diese "Väterlichen Ermahnungen" selbst herausgegeben. Im Anhang dieses Buchs ein ergreifender Bericht von der Erstkommunion-Feier, in dessen Rahmen die Übergabe erfolgt. http://bavarica.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10376429_00001.html (5.9.2011))

"Wäre ich nicht in einer königlichen Wiege geboren, dann wäre ich am liebsten Professor geworden"

Allgemein:
Unter Maximilian II. ändert sich der Regierungsstil. Das selbstbezogene Regierung Ludwig I. wird überführt in ein Regierungshandeln, das von Gutachten, Stellungnahmen, Experten unterfüttert ist. Das schwächt die Stellung des Königs und stärkt die Stellung des Ministeriums.

Dazu ändert sich die Grundausrichtung. Ludwig I. lebte in dem Selbstbewußtsein einer Kunst- und Baupolitik, die den Vergleich mit Dresden, Wien oder Berlin nicht scheuen musste. Max II. handelte, als ob der Unterlegenheit Bayerns nur mit Wissenschaftlern aus Norddeutschland abgeholfen werden könnte (Nordlichter).

König Maximilian war ein besonderer Freund der Geschichte und damit der Geschichtswissenschaft.
So entstanden drei Einrichtung der Geschichtswissenschaft unter ihm:
1857 das Historische Seminar an der LMU
1858 die Historische Kommission an der Bayerischen (damals: Königlichen) Akademie der Wissenschaften
1859 die Historische Zeitschrift.

Erster Vorstand aller drei Einrichtungen wurde Heinrich von Sybel. Dieser wird aber 1861 aus dem bayerischen Staatsdienst entlassen.

Sybel-Ficker-Kontroverse 1859ff:
Es geht darum, was die legitime Gestalt des Deutschen Reiches ist: ist es originär kleindeutsch (ohne Österreich, Sybels Position) oder großdeutsch (Österreich einschließend, Fickers Position).

Verhandelt wird dabei die Produktivität der Politik der mittelalterlichen Kaiser.

Sybel hält dabei die Ausdehung nach Osten für die wichtigste Dynamik. Das ist nicht gegen imperialistische Bestrebungen abgesichert und wird dann auch (in: Mein Kampf) als scheinbar "legitime Ostausdehung" aufgenommen.
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Nachfolger auf Lehrstuhl und als Direktor des Historischen Seminars wird Wilhelm von Giesebrecht (Preuße und Protestant).

Spannung ergibt sich durch das Nebeneinander von dieser weltanschaulich neutralen Geschichtsprofessur zur weltanschaulich gebundenen (katholischen) Geschichtsprofessur, Inhaber: Karl Adolph von Cornelius.

Um diese Ungleichheit einer nicht proportional vertretenen katholischen Geschichtswissenschaft zu kompensieren, gründete Iganz von Döllinger 1863 an der (Katholisch-)Theologischen Fakultät ein Kirchenhistorisches Seminar "Konservatorium".

Gründung des Bayerischen Nationalmuseums,
Gründung des Maximilianeums,
Berufung auswärtiger Professoren nach München (Justus von Liebig),

 

Triaspolitik: Ein (gescheitertes) politisches Projekt von Max II. war die Triaspolitik. Damit ist gemeint, dass neben die Großmächte Preußen und Österreich sich ein Bündnis der Kleinmächte als "Drittes Deutschland" etablieren läßt, um aus dem existenzbedrohenden Dualismus heraus zu kommen und das Fortbestehen des Deutschen Bundes zu bewahren. Bayern war in dieser Trias-Konzeption der Kern, aber damit fürchteten die Klein- und Mittelstaaten gleichzeitig einen dominierenden Einfluß Bayerns.