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Matthias Flothow
dumii@web.de

König Ludwig I.

Vorgänger: König Maximilian I.Joseph 1825.
Nachfolger: König Maximilian II. Joseph 1848.
nach oben (Wittelsbacher nach 1506)


* 25. 8. 1786 in Straßburg
Abdankung: 20. 3. 1848
+ 29. 2. 1868 in Nizza
Grab: St. Bonifaz in München

oo am 12. 10. 1810 in München

Therese, Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen

* 8. 7. 1792 im Jagdschloss Seidingstadt im Herzogtum Sachsen-Hildburghausen
+ 26. 10. 1854 in München
Grab: St. Bonifaz in München

Kinder:

1. Maximilian II. Joseph

2. Mathilde 1813-1862
3. Otto (von Griechenland) 1815-1867
4. Theodolinde

5. Luitpold (Prinzregent) (Linie Luitpold)

6. Adelgunde 1825-1914
7. Hildegard 1825-1864
8. Alexandra 1826-1875 (Äbtissin Kloster St. Anna)
9. Adalbert, 1828-1875 (Linie Adalbert)

Ludwigs Blick in die Geschichte

Die Arkaden des Hofgartens des Münchner Residenz

Nach Körner, S. 91ff: Während König Max seine Person im Hintergrund hielt (und als "Neubayer" wohl auch eine Vermittlungsleistung zu den neuen nordbayerischen Gebieten anbot), steht Ludwig mit seiner Person im Vordergrund. Er verstand sein Amt als Herrscher selten autonom. Die monarchische Zentrierung ist für die Epoche ein Anachronismus.

Zu Ludwigs prägenden Erfahrungen gehören das traumatische Erlebnis der Revolution, eine Kindheit auf der Flucht, die dezidierte Abneigung gegen die Franzosen, die Mischung aus Hass und Abneigung gegenüber Napoleon, die Abneigung gegen Montgelas (in seiner rationalistischen Staatsführung, in seiner Macht gegenüber König Max I., in seiner Mißachtung des Systems des Alten Bayern).

Die Auseinandersetzung mit Montgelas endet 1817 mit dessen Entfernung aus den Ämtern.

Was war Ludwigs Antrieb? Es ist ein nationales Credo: Die Bewahrung der Eigenständigkeit des Königreichs Bayern. Er will den Traditionsbruch Montgelas' heilen. Wenn schon Bayern in militärischer und ökonomischer Hinsicht nicht mit den beiden deutschen Großmächten nicht konkurrieren kann, so doch auf dem Feld der Kunst- und Kulturpolitik.

Maßnahmen: Bau der beiden Pinakotheken, der Glyptothek, Hoch- und Staatsbibliothek, Ludwigstraße, Königsplatz, Walhalla, Befreiungshalle, Feldherrnhalle, Ruhmeshalle.

Dazu kommt die Absicht, das Land mit seinen neuen Teilen zu integrieren zu einer Einheit. Und eine innere Stütze dieser Einheit und der Monarchie ist ihm die Religion.

Maßnahmen: Klostererneuerungen, Erneuerung des kirchlichen Schulwesens, Unabhängigkeit gegenüber dem Papsttum, Bevorzugung der Minoriten (als Reverenz gegenüber deren Unterstützung für Ludwig den Bayern).

 

Griechenlandpolitik: Ludwig hatte eine innere Griechenlandliebe. Der Rang des Hauses Wittelsbach wäre auch erhöht worden, wenn in Griechenland eine Sekundogenitur entstanden wäre.

1832 geling es, Prinz Otto zum König von Griechenland einzusetzen. Er wird 1862 gestürzt.

Seine Politik wirkte - obwohl sie mit großen finanziellen, wirtschaftlichen, konstitutionellen Problemen behaftet war -nicht nur abwegig ("griechisches Abenteuer"):

Gehalten hat sich:
- Verlegung der griechischen Hauptstadt von Nauplia nach Athen,
- Ausbau Athens zur Residenzstadt,
- Gründung der ersten griechischen Universität,
- Rettung der Akropolis,
- Straf- und Zivilgesetzgebung,
- medizinische Versorgung,
- Schulwesen.

 

Abdankung: am 20. März 1848
Beziehung zu Lola Montez, die öffentlich als Skandal herausgestellt wird,
Die Verpflichtung, Reformforderungen anzuerkennen (Proklamatin vom 6.3.1848), die unvereinbar waren mit seinen konstitutionellen Grundüberzeugungen.