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Matthias Flothow
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Bildung

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Glossenliteratur:

Die Masse der ältesten deutschen Schriftüberlieferung sind Glossen (Marginalglossen, Interlinearglossen, Text- und Kontextglossen). Georg Baeseke hat auf dem Fundament der Glossographie das Gebäude der Geschichte der deutschen Literatur errichtet.

Der Abrogans steht am Anfang. (Wobei nicht geklärt ist, welche Funktion dieses Werk haben sollte bei seinen ausgefallenen Wortlisten, unabhängig davon, dass es von Missverständnissen voll ist).

Dieses Genus hat eine reiche Weiterentwickelung erfahren (Samanunga). Der praktische Zweck war im Unterricht.

Auffällig ist, dass sich ein Zusammenhang zwischen der Glossenarbeit und den überlieferten Übersetzungen und geistlichen Dichtungen nicht herstellen läßt. Aber man kann an den Glossen ablesen, welche antiken und christlichen Autoren besonders gefragt waren.

Natürlich die Bibel. Aber die ältesten Glossen gelten den "Canones" (Sammlung von Konzilsbeschlüssen) und Gregor dem Großen (Predigten und "Cura pastoralis"). Die Erklärung hierfür liegt in der karolingischen Kirchenreform.

Daneben andere kirchliche Autoren (Orosius, Aldhelm u.a.).

Antike Dichter: An der Spitze Vergil! Sehr viel seltener Horaz, Terenz, Ovid, Juvenal, Lucan, Avian.
Aus der Spätantike besonders häufig Boethius "Consolatio philosophiae".
Christlich: Prudentius hat die unbestrittene Spitzenstellung. Daneben Bibelepen (Juvencus, Sedulius, Alcimus Ecdicius Acitus, Arator).

Lit.: Kartschoke, S. 97ff

 

Max III. Joseph gründet 1759 die

Bayerische Akademie der Wissenschaften

Dies wird als Signal und Einschnitt der bayerischen Geistesentwicklung angesehen.

In Deutschland bestanden schon drei: Berlin (von Leibnitz ins Leben gerufen), Göttingen und Erfurt.
Unter italienischem Einfluss entstanden Innsbruck, Rovereto und Olmütz.

Der Münz- und Bergrat Johann Georg Lori ist der Promotor. Die Akademie bekommt eine Historische Klasse (für die Edition historischer Quellen) und eine Philosophische Klasse (Naturwissenschaften, auch Landesvermessung und Meteorologie).

Schulreform

1771 wird die allgemeine Schulpflicht verordnet.


Zu den Bildungsideen ist auch das in jesuitischer Tradition stehende System der Illuminaten zu rechnen, das Weishaupt entwarf.

 

1873: Im Kulturkampf ist die Schulpolitik eines der Felder, auf dem der Staat einwirkt: Leitung der Lehrerseminare, Aufsicht über die Schulsprengel, wo sich die Gemeinden dafür aussprachen die Umwandlung von Konfessionsschulen in Gemeinschaftsschulen.