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Matthias Flothow
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Gesellschaftliche Formation

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Herausbildung der Stände

 

1293 Niederbayerische Hofordnung

Die Verbindung von Dynast und Land (Rall) prägte sich in ihr besonders aus: Wo sie einen Hof- oder Gerichtstag hielten, versprachen sie, zwei Ritter aus der Gegend beizuziehen.

1302 Schnaitbacher Urkunde

1311 Ottonische Handfeste

In diesen beiden Urkunden werden die die künftigen Vertreter der Stände angesprochen. Sie stehen als geistliche, adelige und bürgerliche Landstände den Landesherren gegenüber.

Prälaten: Dem geistlichen Stand gehören die Vorsteher der landständischen Klöster und Stifte an.
Ritter: die landsässigen Adeligen, die einem Landesherrn unterstanden.
Bürger: die eingesessenen ratsfähigen und begüterten Familien der Patrizier in der Märkten und Städten.

Otto III. und seine niederbayerischen Verwandten vereinbaren mit Prälaten, Rittern sowie Städten und Märkten, dass diese von ihren Gütern und Leuten eine Steuer zahlen, so dass die Herzöge nicht nur eine Steuer von ihren eigenen Gütern und Leuten zur Beseitigung der Not gewannen. Zugleich wird die niedere Gerichtsbarkeit dieser drei Landstände bestätigt und erweitert. Sie werden in zum Vorteil der Gerichtseinheit des Landes in den Instanzenzug eingeschaltet. Als Friedenswahrer - Richter - steht Otto selbst an der Spitze. Die drei hohen Strafrechtsfälle (Totschlag, Brandstiftung, Notzucht) und die höhere Zivilgerichtsbarkeit (Rechtssprechung um Grund und Boden ) behielt er sich für das herzogliche Landgericht vor.

Dies ist der erste geglückte Versuch, die adelige Autonomie in den Staat einzuschmelzen; er ist keineswegs, wie die Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts annahm, als Ausverkauf hoheitlicher Rechte zu werten.

Durch das Steuerbewilligungsrecht und die Wahrung des Landfriedens seit dem 14. Jh. bekamen die Stände politischen Einfluss.

Seit dem 15. Jh. versammeln sich die Stände auf Landtagen. Sie fühlen sich als Repräsentanten des Volkes mit einem Gesamt-Landesbewusstsein. Die Mehrheit der Bevölkerung, die Bauern waren in der "Landschaft" nicht vertreten.

Die Stände verhindern nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 eine erneute Teilung des Landes.

 

 

 

1759 Akademie der Wissenschaften