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Matthias Flothow
dumii@web.de

Ingolstadt

Seit 5. Jh.v.Chr. war das Gebiet um Ingolstadt von donauländischen Kelten besiedelt (Oppidum bei Manching!)

In der röm. Kaiserzeit lag jenseits der Donau bei Oberstimm ein Kastell.

Im 6. Jh. gehörte der Raum um Ingolstadt zu den frühen Landnahme gebieten des bayer. Volksstammes.

2. Hälfte 8. Jh.: Königsgut des fränkischen Großreiches. Wurde bei der Belehnung von Tassilo III. mit dem Herzogtum Bayern durch Karl den Großen ausgenommen (neben Lauterhofen).

Reichsteilungsordnung von Karl dem Großen 806: "villa Ingoldestat".

817 als Königsgut gekennzeichnet ("villa dominicalis").

841: König Ludwig d. Dt. schenkt den Königshof (curtis dominicata) mit seinen 2 Kirchen dem Kloster Niederaltaich.

 

Universität

Literatur: 
s. Prantl
Hans Otto Seitschek (Hg.), Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität, 2010

 

1516: 19.2. Brief von Eck an Ilsung und Leonhard von Eck: Das Gebot, die Eltern "wie die Götter" zu ehren, wird mit Recht von der Hl. Schrift, aber auch von Plato, Aristoteles und Menander eingeschärft. Das Gleiche gilt aber für die Gelehrten und Ausbilder der akademischen Jugend, die an der Hochschule gleichsam die Stelle der Eltern vertreten. In Ingolstadt haben diese Rolle Ilsung und Leonhard von Eck inne, in deren Händen das Reformwerk der Hochschule liegt. Zu dessen Förderung empfiehlt Eck ihnen und dem Herzog Wilhelm IV. seinen Kommentar zu den »Summulae logicales« des Petrus Hispanus, den er in nur sechs Wochen unter Rückgriff auf seine Studien in Tübingen und Freiburg verfaßt hat. (Brief unter: http://ivv7srv15.uni-muenster.de/mnkg/pfnuer/Eckbriefe/N028.html (11.3.2015))

Philosophie an der Universität

Pestjahr 1521
Unter dem Patronat von Leonhard von Eck nochmals eine "zweite Blütezeit der studia humanitatis".
Veit Amerbach            seit 1543 Professor für Philosophie und Rhetorik
Johannes Lorrichius    1542-1552 Professor für Griechisch
Johannes Pedioneus    seit 1545
Peter und Philipp Apian (Mathematiker und Geographen.

Die Epoche Ecks ging um 1550 zuende. Die Universität verfällt in eine Krise (trotz langsam steigender Studentenzahlen): Sie war mehr und mehr ihres ursprünglichen Korporationscharakters beraubt und den landesherrlichen Entscheidungen ausgeliefert.
Den Jesuiten gelingt es - dank der Nähe zur Innenpolitik des gegenfeformatorischen Fürstenhauses und ihrer Offensive in Pädagogik und Wissenschaft, sich in die Universität zu drängen.
            Schon 1549 - 1552 hatte Petrus Canisius Theologie in Ingolstadt gelehrt.

Artistenfakultät:

(Lit. Hans Otto Seitscheck (Hg.), Die philosophische Lehre an der Ludwig-Maximilians-Universität ..., EOS Verlag 2010)

Wirkliche Bedeutung erlangte die Artistenfakultät, als der herzoglich bayerische Rat Leonhard von Eck ab 1515 sich als Patron und Reformer der Universität annahm. Die Universitätsreform von 1519/1526 brachte Strukturen in den Lehrkörper, die für das nächste halbe Jahrhundert ausschlaggebend bleiben sollten.

Zwei Lehrstühle für Philosophie sollten flankiert werden von den lectio dialectica Aristotelis und der lectio dialectica Petri Hispani:

Aus: Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte:

logik

Petrus Hispanus, Summulae


Die Dominanz der Jesuiten über die Artisten- und die theologische Fakultät begann in den 70er und 80er Jahren und war 1588 erreicht.
Nie reibungslos (Prantl beschreibt die Streitigkeiten).
Immer wieder Versuch, den Einfluss der Jesuiten zu begrenzen durch Verminderung des philosophischen Kurses von 3 auf 2 Jahre: Logik und Physik, den Metaphysikkurs nur für die Theologen. So wollte man "scholastische Subtilitäten" vermeiden und allzu starke Indoktrinationen der Studenten abbauen.

Verordnungen:
1642

1684 heftige Konflikte zwischen den Jesuiten und dem Gegner der scholastischen Philosophie Caspar Manz

1698
1746
Aufhebung des Ordens 1773